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VON DEN URSPRÜNGEN ZUM MITTELALTER
Die Bewohner des Territoriums von Montalcino sind seit jeher als fleissige und
rechtschaffene Arbeiter bekannt. Archäologische Studien, die in diesem Gebiet in
den Fünfziger Jahren durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass bereits in der
Prähistorie Ansiedlungen von beträchtlichem Umfang diese Gegend kennzeichneten.
In einer terrassenförmigen Hochebene, die sich oberhalb des Ombrone Tales
erstreckt, wiesen Funde auf eine ausgedehnte Tätigkeit einer echten lithischen
'Industrie' hin, einer 'Fabrik' von Hammerwerkzeugen aus Stein, die 2000 Stücke
zum Vorschein brachte, welche verschiedenen Epochen der Vorgeschichte zugeordnet
werden konnten.
In den Ortschaften, die in einem Umkreis von 15 km die Stadt umgeben, konnten
Ansiedlungen aus dem neolithischen Zeitalter entdeckt werden, einfache
Grabstatten von Bauerndörfern oder Anordnungen in Form von runden Festungen, die
mit jeglicher Art militärischer Verteidigungsstrukturen in Stil ausgestattet
waren.
Die Bevölkerungen dieser Zentren trugen später zur Geburt der neuen Zivilisation
der Etrusker bei, von der diese Landschaft reich an Zeugnissen und Erinnerungen
ist. Eine wissenschaftliche Untersuchung der neunziger Jahre über die „DNA „ der
hier ansässigen Bevölkerungsgruppen konnte bei den heutigen Bewohnern des Ortes
Murlo, der nur wenige Kilometer von Montalcino entfernt liegt, die bedeutendsten
Hinweise etruskischer Genen nachweisen, die heute in Italien zu finden sind.
Mit Beginn des II. Jahrhunderts v.Chr. nahm in diesem Gebiet die Expansion der
Römer ihren Anfang.
Mit ihrer auf das Strassensystem und die rationelle Nutzung der
landwirtschaftlichen Ressourcen und des Baumbestandes ausgerichteten
Organisation gaben die Römer dem Gebiet von Montalcino eine grundsätzliche
andere Ausprägung und richteten systematisch Landgüter ein, deren Produktion für
die städtische Bevölkerung bestimmt war.
Der Niedergang der wirtschaftlichen Macht und des Wohlstandes, die das Römische
Reich gekennzeichnet hatten, macht sich zu Beginn des Mittelalters vor allem in
entlegenen Gebieten wie diesem bemerkbar, die weit entfernt von Städten liegen,
zu denen keine direkte Verbindung besteht und die ihrerseits aufgrund ständiger
Invasionen und kriegerischer Auseinandersetzungen immer starker isoliert werden.In
den Jahrzehnten, die der 'Entdeckung' des Brunello vorausgingen, stellten diese
WäIder für einen Großteil der örtlichen Bevölkerung die hauptsachliche Quelle
ihres Lebensunterhaltes dar. Wenn man nicht mit anderen Arbeiten auf dem Land
beschäftigt war, zog man in die WäIder, bewohnte dort auch manchmal bescheidene
Hütten und fällte Holz, das entweder vollständig weiterverwendet oder in Kohle
verwandelt wurde, um den Transport in entlegene Gegenden zu erleichtern.
In den hoher gelegenen Zonen stellten die Bewohner mit Hilfe von kleinen
Ausrüstungen Mehl aus Kastanien her oder man sammelte Pilze, wobei man
allerdings angesichts der geringen Kenntnis, die man von diesen Waldfrüchten
hatte, mit besonderer Vorsicht handelte.
Die Wälder und zum Teil auch die ausgedehnten Buschflachen, von denen sie
unterbrochen wurden und die heute fast vollständig mit Rebstöcken bepflanzt sind,
boten Wild jeder Art an.